Irmela Roelcke | Klavier
Claudius von Wrochem | Violoncello

irmela-roelcke.de
www.kairosquartett.de/claudiusvonwrochem

Eintritt: frei, Spenden erwünscht

Programm

Leos Janáček [3.7.1854 - 12.8.1928]  •  Pohádka (Märchen) [1910, rev. 1923]
Con moto
Con moto
Allegro

Mieczysław Weinberg [1919 - 1996]  •  Sonate für Violoncello und Klavier Nr. 2 op. 63 [1959]
Moderato
Andante
Allegro

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Frédéric Chopin [1810 - 1849]  •  Sonate in g-moll op. 65 [1845/46]
Allegro maestoso
Scherzo. Allegro con brio
Largo
Finale. Allegro

Janáček schrieb Pohádka (Märchen) im Jahre 1910 und bearbeitete es später zweimal (1912, 1923). Es basiert auf dem epischen Gedicht des russischen Autors Vasily Zhukovsky (Das Märchen vom Zaren Berendej) und spiegelt Janáčeks Interesse an der russischen Kultur wider. Die Musik Janáčeks umfasst drei Sätze, die der Stimmung des Märchens überaus zart und lyrisch nachspüren.

Der in Warschau geborene, zur Flucht nach Minsk und dann nach Taschkent gezwungene und schließlich in Moskau gebliebene Mieczyslaw Weinberg war, in Schostakowitschs Worten, "einer der herausragendsten Komponisten heute“ und zudem ein enger Freund des älteren Komponisten. Seine Cellosonaten, deren zweite für Rostropowitsch komponiert wurde, machen meisterhaften Gebrauch der expressiven Möglichkeiten des Cellos, seine Solosonaten wurden sogar mit denen J. S. Bachs verglichen.

Chopin schrieb vier Sonaten, drei für Klavier solo, eine für Cello und Klavier. Damit ist das Cello das zweitwichtigste Instrument in Chopins Kammermusik, das in insgesamt drei Duo-Werken und dem Klaviertrio g-Moll eingesetzt wird. Zumindestens die Sonate und das Grand Duo wären ohne seine Freundschaft mit Franchomme nicht entstanden, zumal die Cellostimme des letzteren Werks von Franchomme komponiert wurde, es sich also um eine Gemeinschaftskomposition handelt.

Über seine Sonate für Violoncello und Klavier g-moll op. 65 schrieb Frédéric Chopin in einem Brief an seine Familie: "Mit meiner Sonate für Violoncello bin ich einmal zufrieden, ein andermal nicht. Ich werfe sie in die Ecke, dann sammle ich sie wieder auf." Diese Zweifel, die Chopin während der Komposition 1846 befielen, verschwanden auch nicht, als der Uraufführungstermin näher rückte. Und so kam Chopins einzige Violoncello-Sonate am 16. Februar 1848 im letzten öffentlichen Pariser Konzert des Komponisten und Interpreten ohne ihren ersten Satz aufs Programm. Zu einer Überarbeitung des Allegro moderato, einem breit angelegten Sonaten-Satz, kam es nicht mehr. Denn op. 65 ist ein Spätwerk, genauer gesagt sogar die letzte von Chopin mit einer Opuszahl versehene Komposition. Chopin schrieb sie für den befreundeten Cellisten Auguste Franchomme, der auch sein Duopartner bei der Uraufführung dieser Sonate war.

Kernstück der Sonate ist ihr Finale. In ihr herrscht eine besonders glückliche Klangbalance zwischen den beiden Instrumenten, sie ist voller Schwung und lässt drei prägnante Themen rondoartig Revue passieren. Viersätzig angelegt stehen zwischen Kopf- und Schlusssatz zwei Mittelsätze, die beide originell und vor allem sehr melodiös sind. Das Scherzo mit einem kapriziösen Thema gipfelt im besonders schönen "cantabile" seines Trios. Und das Largo hat, in aller Kürze, den Charakter eines romantischen Notturnos.

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